Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

PLANFESTSTELLUNG FLUGHAFENAUSBAU: EINE SCHÖNE BESCHERUNG!

(19.12.2007) „Auf diese Art der Bescherung hätten wir gerne verzichtet“, war der einmütige Kommentar der Mainspitzbürgermeister zur Verkündung der Genehmigung des Flughafenausbaus durch den Hessischen Wirtschaftsminister. „Leider haben sich alle unsere Befürchtungen bestätigt, so dass uns jetzt nur noch der Gerichtsweg bleibt, um die Interessen unserer Gemeinden zu wahren“, erklären Bürgermeister Bersch und sein Amtskollege von Neumann.

Mit der „fadenscheinigen Begründung“, die Ausbaugenehmigung müsse rechtsfest gemacht werden, werde nun das Nachtflugverbot gekippt, das Ministerpräsident Koch sieben Jahre lang als unabdingbare Voraussetzung für den Ausbau bezeichnet habe. Nach dem Ausbau sollen durchschnittlich 150 Nachtflüge zugelassen sein, Verspätungen und sonstige Ausnahmen nicht gerechnet. Insgesamt könne man folglich nach dem Ausbau von ca. 200 Nachtflügen ausgehen, während es im vergangenen Jahr lediglich 138 Nachtflüge im Schnitt pro Tag gewesen seien. Folglich werde die Verlärmung in der Mainspitze am Tag und in der Nacht wesentlich zunehmen.

Nach Auffassung der beiden Bürgermeister möchte die Landesregierung ihren „folgenschweren Wortbruch“ nun dadurch beschönigen, dass sie 40.000 neue Arbeitsplätze in Aussicht stellt. „Davon abgesehen, dass die Gesundheitsinteressen unserer Bevölkerung nicht mit Arbeitsplätzen aufgewogen werden können, zeichnet sich schon jetzt ab, dass dieses Versprechen genauso wenig Substanz hat wie das versprochene Nachtflugverbot“, kontern die Kommunalvertreter die Ankündigung des Wirtschaftsministers und sind davon überzeugt, dass die Attraktivität der Region für gut ausgebildete Arbeitskräfte durch die Verlärmung enorm abnehmen wird. Erst kürzlich hätten einige Unternehmen erklärt, dass sie durch den Ausbau negative wirtschaftliche Auswirkungen erwarten. „Wegen des Ausbau werden Bewohner und Unternehmen aus der Region abwandern und etliche Kleingewerbebetriebe in den Kommunen um den Flughafen herum werden schließen müssen, weil der Flughafen nicht nur den Flugbetrieb, sondern auch den Einzelhandels- und Dienstleistungsbereich in der sogenannten Airport-City in riesigen Dimensionen erweitern will“, untermauern die Kommunalvertreter ihre Aussage und ziehen als Fazit: „Rechnet man auch einmal ehrlich die negativen Effekte einschließlich der Immobilienwertverluste, dann hat der Ausbau nur wenige Gewinner und viele Verlierer“.

Der Planfeststellungsbeschluss wird den Kommunen in der zweiten Januarwoche zugestellt und kann voraussichtlich ab 11. Januar in den Rathäusern zu den üblichen Öffnungszeiten vierzehn Tage lang eingesehen werden. Privatpersonen können innerhalb eines Monats nach der Offenlage gegen den Planfestsstellungsbeschluss klagen.

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