Stadt Ginsheim-Gustavsburg
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21 Hektar Bannwald umsonst gerodet

(20.03.06) Als „Täuschung der Öffentlichkeit und der Planfeststellungsbehörde“ bewerten Bürgermeister von Neumann und Erster Beigeordneter Prof. Schneider die kürzlich bekannt gegebene Entscheidung der Lufthansa, die A-380-Werft nur halb so groß zu bauen wie ursprünglich geplant. Nach Auffassung der beiden Vertreter der Mainspitzgemeinden steht nun der ganze Ausbau des Flughafens auf tönernen Füßen, da offenbar der Bedarf weit geringer ist als angenommen.

Nach den Presseverlautbarungen der Deutschen Lufthansa wird die Riesenhalle für Großflugzeuge der Typen A 380 und B 747 zunächst nur halb so groß ausfallen wie beantragt. Der zweite Teil der insgesamt rund 50.000 Quadratmeter großen Wartungshalle soll angeblich später errichtet werden. Seitens der Kommunen wird diese Aussage jedoch massiv angezweifelt: „Die Lufthansa sieht offenbar keinen Bedarf für die große Halle und hat deshalb umdisponiert. Das bedeutet, dass circa 21 Hektar Waldfläche mit mehr als 25.000 Bäumen, darunter 13 Hektar Bannwald mit hunderten alten Eichen, völlig umsonst abgeholzt wurden“, sind sich der Bürgermeister der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg und der Erste Beigeordnete der Gemeinde Bischofsheim sicher.

Der Skandal sei umso größer, als die Kommunen der Initiative Zukunft Rhein Main bereits im Planfeststellungsverfahren vor zwei Jahren nachgewiesen hätten, dass auch die Hälfte der Hallengröße genüge, um den künftigen Wartungsbedarf zu decken und somit eine unzulässige Vorratsplanung vorliege. Das Hessische Wirtschaftsministerium als Planfeststellungsbehörde sei jedoch in vorauseilendem Gehorsam den Fraport-Argumenten gefolgt und werde nun am Nasenring durch die Arena geführt.

Die Repräsentanten der Mainspitzgemeinden fordern die Hessische Landesregierung auf, das große Ausbauverfahren sofort auszusetzen und während dieses Moratoriums intensiv zu prüfen, ob nach der Entwicklung der letzten Jahre überhaupt noch ein Bedarf für den Bau der Nordwestbahn besteht. Es mache keinen Sinn, das Verfahren mit hohem finanziellen und personellem Einsatz weiter zu treiben, wenn das vorgelegte Zahlenmaterial bestenfalls noch musealen Wert habe. „Wenn die Landesregierung noch Herr des Verfahrens sein sollte, ist dieser Schnitt jetzt überfällig“, resümieren die beiden Kommunalvertreter Richtung Wiesbaden.

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