Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Ausbau des Flughafens nicht erforderlich

(14.02.2005) „Das jüngste Urteil des OVG Brandenburg zum Flughafenausbau in Berlin-Schönefeld bestärkt uns in der Auffassung, dass ein Großflughafen nicht ohne Rücksicht auf die Belange der betroffenen Anwohner ausgebaut werden kann. Vielmehr ist eine Abwägung zwischen Lärmschutz und anderen Umweltbelangen einerseits und wirtschaftlichen Interessen andererseits zu treffen. Diese Abwägung wurde bislang weder von Fraport noch von der Landesregierung getroffen“, bilanzieren die Bürgermeister Bersch und von Neumann das bisherige Verfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens und fahren fort: „Dies gibt uns die Hoffnung, dass auch Fraport vor Gericht mit seiner ‚Alles-oder-Nichts-Haltung’ scheitern wird“.

Fraport muss sich vorwerfen lassen, bisher keinerlei Alternative zum Bau einer neuen Landebahn ernsthaft geprüft zu haben. Dabei bietet der Flughafen in seiner jetzigen Form noch etliche Optimierungs- und Wachstumsmöglichkeiten, die bisher nicht genutzt wurden. Beispielsweise könnten viele innerdeutsche Flüge auf das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn verlagert werden. Obwohl der Kölner Flughafen von Frankfurt mit dem ICE in einer Stunde zu erreichen ist, finden jährlich fast viertausend Flüge zwischen Köln und Frankfurt statt. Ähnlich verhält es sich mit anderen Großstädten wie Düsseldorf, Hannover, Stuttgart oder Nürnberg, die eineinhalb bis zwei Stunden Bahnfahrzeit von Frankfurt entfernt sind. Würde man alle innerdeutschen Flugverbindungen von und nach Frankfurt auf die Bahn verlagern, würde auf dem Frankfurter Flughafen eine freie Reserve von über 70.000 Flügen jährlich geschaffen, die für internationale Ziele nutzbar wäre.

Weitere Kapazitätsreserven könnten nach Auffassung von Hans Jantschek, dem Flughafenbeauftragten der Gemeinde Bischofsheim, erschlossen werden, wenn endlich die Klein- und Kleinstflugzeuge aus dem Frankfurter Flughafen ausgelagert würden. „Was haben Cessna’s, Learjets und Fokker in einem internationalen Drehkreuzflughafen zu suchen?“, fragt Jantschek und verweist auf die Antragsunterlagen der Fraport zum Flughafenausbau. Demnach sollen auch nach dem Ausbau im Jahre 2015 rund 90.000 Flüge jährlich mit Kleinstgerät unter 70 Sitzen durchgeführt werden. Für Jantschek ist dies eine „Kapazitätsverschwendung zu unseren Lasten. Würde man diese Flüge streichen, bräuchte man keinen Ausbau“, so der Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Bischofsheim.

Die Bürgermeister der beiden Gemeinden möchten ihre Bürgerinnen und Bürger dazu ermuntern, den Schlussspurt bis zum 2.März zu nutzen, um eine Einwendung gegen den Ausbau abzugeben oder andere davon zu überzeugen,“ damit sich auch die nachkommenden Generationen in der Mainspitze noch wohl fühlen können“.
Fragen zum Ausbau beantworten in Bischofsheim Hans Jantschek und Uli Claas (Tel.: 40428 bzw. 40455), in Ginsheim-Gustavsburg Rita Göttmann und Otmar Weiler (Tel.: 06144/20163 bzw. 20164).

Bischofsheim/Ginsheim-Gustavsburg, den 14.02.2005

gez. Bersch (Bürgermeister)
gez. von Neumann (Bürgermeister)

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