Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Ausbau oder Neubau des Flughafens?

(01.02.2005) „Mit der von Fraport beantragten neuen Landebahn und dem neuen Terminal 3 wird der Flughafen in die Lage versetzt, seine gegenwärtige Flugbewegungs- und Passagierkapazität zu verdoppeln.“ Zu diesem Schluss kommen die Umweltbüros der Gemeinden Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg nach einer gemeinsamen Prüfung der Antragsunterlagen der Flughafenbetreiberin.

Im vergangenen Jahr fanden nach Fraport-Angaben auf dem Frankfurter Flughafen insgesamt 477.000 Flüge statt, mit denen 51 Millionen Passagiere befördert wurden. Durch den Ausbau sollen demgegenüber im Jahre 2015 jährlich 657.000 Flüge mit 82 Millionen Passagieren möglich werden, wenn man der Flughafenbetreiberin Glauben schenkt. „Wer nachrechnet, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass sich durch den Ausbau auch wesentlich größere Kapazitäten abwickeln lassen“, erklären die Umweltberater der beiden Gemeinden, Claas und Weiler, und verweisen auf die von Fraport genannte künftige Stundenkapazität von 120 Flügen. „Die im Stundendurchschnitt 120 Flüge umgerechnet auf 18 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr ergeben nahezu 800.000 Flugbewegungen. Da diese Kapazität bei nahezu allen Wetterlagen geflogen werden kann, kann man davon ausgehen, dass die maximale Kapazität noch wesentlich höher, nämlich bei circa 900.000 Flügen im Jahr, liegt“.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den geplanten Passagierabfertigungskapazitäten. Die bestehenden Terminals 1 und 2 können jährlich 44 bzw. 12 Millionen Passagiere laut Fraport abfertigen. Da das neue Terminal 3 größer als das Terminal 1 werden soll, wird auch die Abfertigungskapazität mindestens ebenso hoch ausfallen, so dass nach dem Ausbau jährlich etwa 100 Millionen Passagiere bedient werden können.

„Unter diesen Bedingungen kann kaum noch von Ausbau gesprochen werden. Hier entsteht ein neuer Flughafen mit der doppelten Kapazität des bestehenden“, resümieren die beiden Umweltberater und verweisen auf die Konsequenzen: „Alle Fraport-Berechnungen zu Lärm, Abgasen usw. sind schon deshalb falsch, weil sie auf einem viel zu geringen Mengengerüst basieren. Die Auswirkungen werden somit viel dramatischer als in den Unterlagen beschrieben!“

Claas und Weiler appellieren daher an alle Bürgerinnen und Bürger, bei dieser schicksalhaften Entscheidung für die Region mit „Nein“ zu votieren und eine Einwendung abzugeben. Entsprechende Vordrucke liegen in den Bürgerbüros und Rathäusern bzw. in der Bücherei in Bischofsheim aus. Auch Bürger aus anderen Kommunen können sich dort bedienen. Beispielsweise haben Bürger aus Kostheim die Möglichkeit, eine Einwendung im Bürgerbüro Gustavsburg in der Rudolf-Diesel-Straße abzuholen. Die unterzeichneten Einwendungen sollten bei den Verwaltungsstellen in Bischofsheim oder Ginsheim-Gustavsburg bis Anfang März abgegeben werden.

Fragen zum Ausbau beantworten in Bischofsheim Hans Jantschek und Uli Claas (Tel.: 40428 bzw. 40455), in Ginsheim-Gustavsburg Rita Göttmann und Otmar Weiler (Tel.: 06144/20163 bzw. 20164).

Bischofsheim/Ginsheim-Gustavsburg, den 01.02.2005

gez. Bersch (Bürgermeister)
gez. von Neumann (Bürgermeister)

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