Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Kein Fluglärm in der Mainspitze?

(25.01.2005) „Nach den Berechnungen der Fraport AG gibt es in den Mainspitzgemeinden keinen Fluglärm – weder vor noch nach dem Ausbau“, stellen die Bürgermeister Bersch und von Neumann nach einer ersten Sichtung der Unterlagen mit Empörung fest. „Diese Lärmkarten sind eine Provokation. Unsere Bürgerinnen und Bürger, die heute schon unter dem Fluglärm leiden, müssen sich durch diese Berechnungen verhöhnt fühlen. Wir werden mit allen Mitteln dagegen vorgehen und eine Neubearbeitung verlangen.“

Fraport hat in seinen Unterlagen zum Flughafenausbau, die derzeit in den Gemeinden ausliegen, sechs verschiedene Lärmkurven um den Flughafen herum mit unterschiedlichen Belastungsstufen (von 55 bis 70 Dezibel tagsüber) berechnen und aufzeichnen lassen, um die Lärmbelastung der Region nach dem Ausbau des Flughafens darzustellen. Nach diesen Berechnungen endet die Lärmlinie der niedrigsten Belastungsstufe (55 Dezibel) vor der östlichen Bebauungsgrenze von Bischofsheim. Wenn diese Aufzeichnungen richtig wären, gäbe nach dem Ausbau weder in Bischofsheim noch in Ginsheim-Gustavsburg eine Lärmbelastung in nennenswertem Umfang.

„Die Ergebnisse widersprechen völlig unseren Berechnungen, die vom TÜV Süddeutschland ermittelt wurden und deshalb unbedingt als seriös zu betrachten sind“, halten die beiden Bürgermeister entgegen. Nach diesen Untersuchungen wird die Lärmbelastung tagsüber in Ginsheim und Bischofsheim flächendeckend zwischen 55 und 60 Dezibel betragen, in Gustavsburg sind sogar im gesamten Wohnbereich über 60 Dezibel zu erwarten. Gustavsburg würde also durch den Ausbau zum „lautesten Ort“ in der Mainspitze.

Die Differenzen zwischen den Fraport- und den TÜV-Berechnungen beruhen auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden. Während der TÜV den Lärm bei Ostwindwetterlagen, die die Mainspitze vornehmlich belasten, vollständig berücksichtigt, berechnet Fraport diese Belastung nur mit einem Anteil von 25 Prozent im Jahr. „Unser Lärm wird damit auf das ganze Jahr verteilt und unter 55 Dezibel weggemittelt, obwohl wir schon jetzt Einzelschallereignisse von über 80 Dezibel haben“, ärgern sich Bersch und von Neumann und appellieren an die Bürger: „ Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch und zeigen Sie Fraport mit Ihrer Einwendung, was Sie von diesen Rechentricks halten!“.

Bischofsheim/Ginsheim-Gustavsburg, den 25.01.2005

Fluglärm und Gesundheit

Messstationen in Ginsheim-Gustavsburg

Fluglärmbeschwerde

Flugrouten

Schallschutzprogramm

Lärmminderung

Gesetzesvorschlaege

Lärmstudie