Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Offenlegung der Planunterlagen

(23.12.2004) „Mit der Offenlegung der Planunterlagen geht das Verfahren zum Ausbau des Frankfurter Flughafens in die Endrunde. Damit fällt die Entscheidung, ob die Mainspitze völlig verlärmt wird oder ihre Lebensqualität behält“, erklären die Bürgermeister Bersch und von Neumann in einer gemeinsamen Stellungnahme und bitten alle Bürgerinnen und Bürger, „der Landesregierung die rote Karte zu zeigen und Einwendungen gegen das Vorhaben zu erheben“.

„Auch wenn die wirtschaftliche Lage in unserer Region zur Zeit schwierig ist, sollte man sich nicht von dem Arbeitsplatz-Argument blenden lassen“, warnen die beiden Bürgermeister. „ Es ist nicht seriös, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass der Ausbau 100.000 neue Arbeitsplätze in der Region schafft und damit den Arbeitssuchenden falsche Hoffnungen zu machen“. Bei näherer Betrachtung der von Fraport in den vergangenen Jahren vorgelegten Beschäftigungs-Gutachten werde deutlich, wie unglaubwürdig diese Zahlen seien. So sei im Raumordnungsverfahren vor drei Jahren noch prognostiziert worden, dass die Zahl der Arbeitsplätze am Flughafen im Ausbaufalle von 61.000 im Jahre 2000 auf 95.000 im Jahre 2015 anwachse, während beim Nichtausbau eine Steigerung auf bis zu 77.000 Beschäftigte stattfinde. Die aktuellen Gutachten sagten nun aus, dass die Beschäftigtenzahl am Flughafen von 64.000 im Jahre 2002 auf nur noch 88.000 im Jahr 2015 steige, wogegen beim Nichtausbau sogar nur ein Zuwachs von 64.000 auf 65.000 Arbeitsplätze im Jahre 2015 zu erwarten sei. Allein die Differenzen in den Prognosen von knapp 7 bzw. 16 Prozent zeigten, was von diesen Zahlenspielen zu halten sei. „Der Ausbau mit seinen schwerwiegenden Folgen für die Region soll schön geredet werden“, sind sich die Bürgermeister einig.

Tatsächlich seien unter anderem durch den Konkurrenzdruck der Billigflieger in den kommenden Jahren starke Rationalisierungsbestrebungen in der Luftverkehrswirtschaft zu erwarten, die auch im Ausbaufalle keine allzu großen Arbeitsplatzeffekte erwarten ließen. Fraport gehe es im übrigen auch gar nicht um zusätzliche Arbeitsplätze, sondern – wie die Antragsunterlagen zeigten - um steigende Umsätze durch eine gigantische Erhöhung der Flugbewegungen und des Passagieraufkommens. Die Bürgermeister Bersch und von Neumann kündigten jedoch an, dass die im Bündnis Zukunft-Rhein-Main zusammengeschlossenen Kommunen und Landkreise dem Vorhaben von Fraport AG und Landesregierung weiterhin energischen Widerstand entgegensetzen werden.

Kurz vor Weihnachten waren in den Rathäusern die Antragsunterlagen der Fraport AG für den Ausbau angeliefert worden: 60 Aktenordner mit 17.500 Textseiten, 790 Plänen und Karten sowie 34 Gutachten. Diese Unterlagen können von interessierten Bürgern von 17. Januar bis 16. Februar in den Rathäusern (Ginsheim-Gustavsburg) oder in der Bücherei (Bischofsheim) eingesehen werden. Von 17. Januar bis einschließlich 2. März sind die Einwendungen gegen den Ausbau zu erheben. Die Mainspitzgemeinden empfehlen, die Einwendungen bei den örtlichen Verwaltungen abzugeben. Diese sorgen dann dafür, dass alle zusammen fristgerecht beim RP eingereicht werden.

Diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die in den vergangenen Jahren einen grünen Fragebogen ausgefüllt hatten und damit in dem EDV-System Profutura erfasst sind, erhalten von den Gemeinden in der zweiten Januarhälfte eine vorgedruckte Einwendung, die nur noch zu unterschreiben und an die Verwaltung zurück zu senden ist. Wer nicht registriert ist, kann entweder eine eigene Einwendung verfassen oder auf eine Standardeinwendung zurückgreifen, die von den Gemeinden und der Bürgerinitiative ab Mitte Januar angeboten wird.

Bischofsheim/Ginsheim-Gustavsburg, den 23.12.2004

gez. Bersch (Bürgermeister)
gez. von Neumann (Bürgermeister)

Fluglärm und Gesundheit

Messstationen in Ginsheim-Gustavsburg

Fluglärmbeschwerde

Flugrouten

Schallschutzprogramm

Lärmminderung

Gesetzesvorschlaege

Lärmstudie