Stadt Ginsheim-Gustavsburg
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A 380-Werft: Waldverlust vermeidbar

(09.03.04) „Die Rodung von zwanzig Hektar wertvollen Bannwaldes wäre vermeidbar, wenn Fraport sich ernsthaft um Alternativen bemühen würde.“ Dieses Fazit ziehen die Bürgermeister Bersch und von Neumann nach der gerade beendeten siebenwöchigen Erörterung in Mörfelden-Walldorf, bei der die Genehmigungsfähigkeit der A 380-Wartungshalle von allen Seiten beleuchtet wurde, und fügen ergänzend hinzu: „Die Anhörung hat klar gezeigt, dass auch andere Standorte innerhalb des Flughafenzaunes möglich wären, aber offenbar nicht gewollt sind, weil Fraport das Maximum herausholen möchte.“

Als großes Täuschungsmanöver bewerten die Bürgermeister die Darstellung des Vorhabens durch Fraport in der Öffentlichkeit. Schon die Bezeichnung „A 380-Werft“ sei reiner Ettikettenschwindel, denn wie die Flughafenbetreiberin während der Erörterung zugeben musste, sollen in der Halle 30 Flugzeuge des Typs Boing 747, aber nur 15 Airbus A 380 gewartet werden sollen. Zudem werden die 15 Riesenairbusse erst schrittweise beginnend Ende 2007 bis 2015 ausgeliefert. Für die Wartung des A 380 allein würde auch eine Halle genügen, die maximal halb so groß ist wie die geplante. Während draußen der Eindruck erweckt wird, dass die Stationierung eines Technologieträgers gesichert werden soll, geht es in Wirklichkeit um die Neustrukturierung und Rationalisierung des gesamten Wartungsbereiches im Rahmen des Flughafenausbaus und eine Erweiterung des Flughafengeländes nach Süden.

Ferner hat sich herausgestellt, dass nicht Fraport, sondern Lufthansa die Eigentümerin der Großflugzeug-Wartungshalle sein wird und diese auch selbst bauen will. Das Projekt dient somit nicht dem Gemeinwohl, sondern den Gewinninteressen eines Privatunternehmens. „Wenn das hessische Wirtschaftsministerium als Planfeststellungsbehörde nicht voreingenommen ist, kann es einen solch massiver Eingriff in den Bannwald unter diesen Voraussetzungen nicht genehmigen“, sind sich die Bürgermeister sicher.

Dass Fraport für die Genehmigung der Wartungshalle ein eigenes Verfahren beantragt hat, kann nur als Salamitaktik eingestuft werden. Der Ausbau soll schrittweise vollzogen werden, damit die Umweltauswirkungen getrennt betrachtet und damit geringer gewichtet werden. Die Begründung der Flughafenbetreiberin für das vorgezogene Genehmigungsverfahren, die Halle werde schon Ende 2007 gebraucht, wenn Lufthansa die ersten beiden A 380 erhält, zieht schon deshalb nicht, weil diese Maschinen auch anderweitig gewartet werden könnten. So wurde im Erörterungsverfahren nachgewiesen, dass auch die neue Werft der Lufthansa-Tochter Condor Cargo Technik (CCT), deren Bau demnächst begonnen wird, mit geringfügigen Erweiterungen A 380-tauglich gemacht werden kann. „Mit einer solchen Lösung oder anderen Lösungen innerhalb des Flughafenzaunes könnten wir uns gut anfreunden“, sind sich die Mainspitz-Bürgermeister einig und appellieren an die Fraport AG, ihre „Alles-oder-Nichts-Strategie“ endlich aufzugeben und einen echten Dialog mit den betroffenen Kommunen zu eröffnen.

Ginsheim-Gustavsburg, den 09.3.2004

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