Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

A-380-Verfahren beginnt

(16.06.03) „Das begonnene Genehmigungsverfahren für die Werft des Riesenairbus A 380 ist der erste große Schritt zum Ausbau des Flughafens. Wer den Ausbau ablehnt, der sollte jetzt auch ein klares ‚Nein’ zur A-380-Halle sagen.“ Mit diesem Appell wenden sich die Bürgermeister Bersch und von Neumann an die Bürgerinnen und Bürger der Mainspitzgemeinden und rufen dazu auf, sich an dem Planfeststellungsverfahren zu beteiligen, das mit der Offenlegung der Unterlagen und dem Beginn der Einwendungsfrist am 23. Juni in die öffentliche Phase tritt.

Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Airbus A 380, der mit 73 Metern Länge, 80 Metern Spannweite und über 550 Sitzplätzen das größte Passagierflugzeug der Welt ist, soll auf dem Flughafen auch eine gigantische Wartungshalle entstehen, in der Airbusse der Lufthansa und anderer Luftverkehrsgesellschaften gewartet werden. Für die 350 mal 140 Meter große Halle sowie die angrenzenden sonstigen Wartungsflächen sollen zwanzig Hektar wertvoller Bannwald geopfert und mit der Okrifteler Straße sogar eine Kreisstraße verlegt werden. Mit diesem Vorhaben will die Fraport AG erstmals seit dem Bau der Startbahn-18-West den Flughafenzaun überschreiten und damit den jahrzehntelangen Konsens brechen, nach dem die Entwicklung des Flughafens innerhalb des Zaunes zu erfolgen hat.

Weil die Mammutmaschinen auch gefüllt werden müssen, ist in Zukunft mit noch mehr Flug- und Straßenverkehr rund um den Flughafen zu rechnen. Die unmittelbaren Anrainer des Flughafens werden noch zusätzlich durch Rollgeräusche und Probeläufe zu Wartungszwecken belästigt. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz ist auch zu erwarten, dass diese äußerst schwergewichtigen Riesen mit einem maximalem Startgewicht von 560 Tonnen bei Starts und Landungen überdurchschnittlichen Lärm erzeugen und somit zur weiteren Belastung der Region beitragen.

Da die neue große Werft derzeit bestehende Wartungshallen ersetzen soll, kann das bei Fraport beliebte Arbeitsplatzargument in diesem Fall nicht überzeugen. Vielmehr muss von Rationalisierungseffekten ausgegangen werden. „Wenn Lufthansa öffentlich droht, notfalls diese Wartungshalle in München zu bauen, wäre das kein großer Verlust für die Region“, stellen die Bürgermeister deshalb gelassen fest.

Wer mehr zum Thema A 380 wissen will, kann sich am 9.Juli um 20 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim bei einer gemeinsamen Veranstaltung der beiden Gemeinden informieren. Neben den Bürgermeistern werden Frau Strasser von der Initiative Zukunft Rhein-Main und Rechtsanwältin Fridrich für Fragen zur Verfügung stehen. Auch wenn das Regierungspräsidium den Mainspitzgemeinden keine Antragsunterlagen zur Offenlegung zur Verfügung gestellt hat, bemüht man sich in den Rathäusern, ab 23. Juni Interessenten Einsicht in die Fraport-Pläne mittels CD-ROM zu ermöglichen.

Diejenigen, die einen grünen Fragebogen ausgefüllt und abgegeben haben, erhalten unaufgefordert in den nächsten Wochen eine Mustereinwendung ins Haus, die sie nur noch unterschreiben müssen. Wer seine Daten eigenhändig über www.profutura.net eingegeben hat, kann sich seine Einwendung ab 23.Juni auch selbst abrufen. Kurzentschlossene können von den Kommunen oder der B!MS auch eine sogenannte Fast-Food-Einwendung erhalten. Alle Einwendungen sollten möglichst sofort nach Erhalt, allerspätestens jedoch bis 5. August bei den Kommunen eingereicht werden, die sie dann dem Regierungspräsidium zustellen.

Weitere Auskünfte erteilen der Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Bischofsheim (Hans Jantschek, Tel.: 06144/40428) und der Umweltberater der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg (Otmar Weiler, Tel.: 06144/20164).

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