Stadt Ginsheim-Gustavsburg
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Nordwestbahn mit hohem Sicherheitsrisiko

(14.05.03) „Unsere Zweifel an der Sicherheit der geplanten Nordwestbahn haben sich offenbar gutachterlich bestätigt. Das Ausbauprojekt droht nun zu kippen.“ Diese Schlussfolgerung zieht Bürgermeister von Neumann aus den jüngsten Presseveröffentlichungen über ein Sicherheitsgutachten des TÜV Rheinland zum Flughafenausbau, das die Landesregierung in Auftrag gegeben hatte.

aut Presseberichten kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass über dem Gelände des Ticona-Chemiewerkes, das in unmittelbarer Nähe der geplanten Nordwestbahn liegt, ein Absturz innerhalb von 600 Jahren wahrscheinlich ist. Dieser Wert, der Laien als unproblematisch erscheinen mag, gilt unter Fachleuten als hohes bis sehr hohes Risiko und schließt die Genehmigung einer solchen Anlage aus. Gerade Landungen bergen bekanntlich das größte Absturzrisiko. Nach Auskunft der Bundesanstalt für Materialforschung ereignen sich 49 Prozent der Abstürze in der letzten Landephase. Da die Nordwestbahn als reine Landebahn konzipiert ist, muss ohnehin schon von einem erhöhten Risiko ausgegangen werden. Zu Spitzenzeiten sollen nach Fraport-Angaben dort täglich 500 Flugzeuge landen, die bei entsprechender Betriebsrichtung das Ticona-Gelände in 60 bis 70 Meter Höhe überfliegen. Für den Fall eines Flugzeugabsturzes auf das Ticona-Werk mit seinen rund 1.000 Beschäftigten gehen die TÜV-Gutachter laut Presse von Hunderten Toten und einem Milliardenschaden aus. Auch Gefährdungen der Autofahrer im Bereich des Mönchhofdreiecks durch Austreten giftiger Substanzen werden offenbar für möglich gehalten.

Laut Bürgermeister von Neumann gebietet die Brisanz dieses Gutachtens, dass es sofort veröffentlicht wird. „Die Landesregierung wäre schlecht beraten, wenn sie versuchen sollte, das Gutachten hinter den Kulissen glatt zu bügeln. Bei der Sicherheit kann es keine politisch motivierten Rabatte geben“, so der Bürgermeister in seiner Stellungnahme und fährt fort: „Statt weiterhin Millionen in ein unrealistisches Projekt zu investieren, sollten Fraport und Landesregierung nun endlich einen Strich ziehen und mit den Kommunen einen echten Dialog darüber beginnen, wie sich der Flughafen im Einklang mit der Region entwickeln kann.“

Weitere Auskünfte erteilt das Umweltbüro der Gemeinde (Herr Weiler, Tel.: 06144/20164, Fax: 06144/20417, E-mail: umweltbuero@gigu.de).

Ginsheim-Gustavsburg, den 14.05.2003

gez. von Neumann
(Bürgermeister)

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