Stadt Ginsheim-Gustavsburg
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Entwässerung bleibt ungeklärt

(07.05.02) Die Entwässerungsproblematik im Falle eines Flughafenausbaus bleibt nach wie vor ungeklärt. Die von Fraport eingereichten diesbezüglichen Raumordnungsunterlagen reichen nach Auffassung des Regierungspräsidiums Darmstadt nicht aus, um die Machbarkeit des Entwässerungskonzeptes zu prüfen. Dies ergab ein nachgeschobener Erörterungstermin mit dem Zweckverband Schwarzbachgebiet-Ried, dem auch die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg angehört, Anfang Mai in Darmstadt.

Das vom Zweckverband beauftragte Ingenieurbüro Brandt/Gerdes/Sitzmann warf den Frauport-Gutachtern vor, veraltete Daten verwendet zu haben und die Problematik der hohen und über die Jahre stark schwankenden Grundwasserstände im Ried vernachlässigt zu haben. Immerhin würden im Süden des Flughafens je nach Variante zusätzlich zweihundert oder sogar dreihundert Hektar Fläche zusätzlich versiegelt, so dass die in den Hengst- und Gundbach eingeleitete Wassermenge erheblich zunehme, was sich bis hin zur Schwarzbachmündung negativ auswirke. Unter anderem werde der Schwarzbachpolder seiner Funktion nicht mehr gerecht und das Pumpwerk Ginsheim überlastet.
Auch das Problem der Grundwasserstandsänderungen infolge der Waldrodungen wurde von Fraport vernachlässigt. Während die Fraport-Gutachter der Meinung waren, dass Änderungen "unter einem halben Meter" unbedeutend seien, verwiesen die Experten des Zweckverbandes darauf, dass solche geringen Schwankungen schon entscheidend sein können für das Auftreten von Nässeschäden.

Verbandsvorsteher Brehl, Bürgermeister von Mörfelden-Walldorf, sah in der ge-planten Entwässerung sogar einen Eingriff in die kommunale Planungshoheit, wenn "aufgrund der Einleitungen von Fraport in Nauheim oder Ginsheim wegen der Vernässung nicht mehr gebaut werden kann".

Auch die Vertreter des Regierungspräsidiums waren mit den Unterlagen unzufrieden und forderten Nachbesserungen. Fraport zeigte sich dazu bereit und sag-te zu, gegebenenfalls auch andere Lösungen zu prüfen wie beispielsweise das Abschlagen der Abwässer nach Norden in den Main.

Der nachträgliche Erörterungstermin kam zustande, weil das Regierungspräsidium versäumt hatte, dem Zweckverband als von der Ausbauplanung Betroffenem rechtzeitig die Raumordnungsunterlagen zuzusenden.

gez. von Neumann
(Bürgermeister)

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