Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Presse

Schreiben des Vereins LAERM - Leben, Arbeiten und Erholen in Rhein-Main an die Geschäftsführung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände

Sehr geehrte Damen und Herren,

(13.02.2001) der Verein "LAERM - Leben, Arbeit und Erholen in Rhein-Main -, dem Bürgerinnen und Bürger sowie viele Kommunen des Kreises Groß-Gerau und der Kreis selbst angehören, sieht sich veranlasst, Ihre Kritik an den Kommunen, sie würden auf der einen Seite mit ihrer Nähe zum Flughafen werben, auf der anderen Seite aber gegen die geplante 50 % Steigerung der Flugbewegungen sein, als ungerechtfertigt zurückzuweisen.

Auch der Vorwurf, Geld vom Flughafen für Naherholungsprojekte zu nehmen ist unberechtigt, da durch frühere Erweiterungsmaßnahmen bereits Hunderte Hektar Wald verloren gingen.

Den Kommunen ist die Bedeutung des Frankfurter Flughafens bewusst, doch sie machen dabei deutlich, dass ein weiterer Ausbau der Bevölkerung nicht mehr zuzumuten ist. Das gleiche gilt für die nicht vom Flughafen abhängigen Unternehmen und Investoren. Es ist im Gegenteil sogar dringend geboten, der seit Jahren kontinuierlich steigenden Fluglärmbelastung Einhalt zu gebieten, und zwar sowohl am Tage als auch in der Nacht. Ein erster Schritt wäre ein Nachtflugverbot zwischen 22:00 und 6:00 Uhr.
Den Ausbaubefürwortern muss widersprochen werden, denn Frankfurt hat im Vergleich zu allen anderen deutschen Flughäfen schon heute mit großem Abstand die umfassendste Anbindung an alle Weltflughäfen.

Im übrigen gibt es erhebliche Zweifel, ob die Fraport AG (vormals FAG) mit dem geplanten Ausbau nicht finanziell überfordert ist. Die Bilanzen der Fraport AG weisen in den letzten 10 Jahren kaum Überschüsse auf. Und auch in den beiden "besten" Jahren 1998 und 1999 leidet die Fraport AG nach unserer Auffassung an einer nicht ausreichenden Finanzausstattung. Gerade dies dürfte beim vorgesehenen Börsengang im Mai dieses Jahres ein ganz kritischer Punkt sein.

Vergleicht man die Nettoumsatz-Rendite des "guten" Jahres 1998 (4,3 %) mit der von Amsterdam (24,5 %), so nimmt sich das Ergebnis der Fraport AG kärglich aus (siehe beigefügte Angabe der "Wirtschaftswoche" 6/3.2.2000).

Dem Schein des zu erwartenden Hochglanz-Börsenprospektes müssen Fakten entgegengesetzt werden, die die tatsächliche Situation und die Risiken ins rechte Licht rücken.

Klasse statt Masse muss auch die Devise der Fraport AG lauten. Die Verlagerungsvorschläge der Pilotenvereinigung Cockpit und des Verbandes Deutscher Flugleiter sind Lösungsansätze für den Frankfurter Flughafen, der es versäumt hat große Teile seines Flugbetriebes außerhalb des Ballungsraumes abzuwickeln. Die geplante Erweiterung muss als Flickwerk bezeichnet werden.

Im Interesse eines intakten Umlandes wird der Verein LAERM daher alle Bestrebungen unterstützen, die die Belastungen auf ein erträgliches Maß zurückführen. Er hat dabei die Unterstützung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Groß-Gerau und seiner Kommunen.

Mit freundlichem Gruß

R. Müller
K. Behrens

Anlage: Kennzahlen Fraport AG im Vergleich

Kennzahlen Fraport im Vergleich zu London, Paris, Amsterdam

Airport:Schirphol, Land: NL
Netto-Umsatzrendite 1998 in Prozent 24,5
Gewinne nach Steuern 1998 in Mio. Euro 135,00
Umsätze 1998 in Milliarden Euro 0,55
Passagierzahlen in Mio. 34,0

Airport: BAA, Land: GB
Netto-Umsatzrendite 1998 in Prozent 20,3
Gewinne nach Steuern 1998 in Mio. Euro 571,00
Umsätze 1998 in Milliarden Euro 2,81
Passagierzahlen in Mio. 104,5

Airport: Aéroport Paris, Land: F
Netto-Umsatzrendite 1998 in Prozent 6,6
Gewinne nach Steuern 1998 in Mio. Euro 80,27
Umsätze 1998 in Milliarden Euro 1,21
Passagierzahlen in Mio. 63,6

Airport: Fraport, Land: D
Netto-Umsatzrendite 1998 in Prozent 4,3
Gewinne nach Steuern 1998 in Mio. Euro 53,17
Umsätze 1998 in Milliarden Euro 1,25
Passagierzahlen in Mio. 44,0

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