Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Informationen zu Fluglärm und Flughafenausbau

Aktiv gegen Lärm

(05.10.00) Nicht nur gegen den Fluglärm, sondern auch gegen Belastungen aus anderen Lärmquellen will die Gemeinde in den nächsten Jahren verstärkt vorgehen. Zu diesem Zweck hat das Umweltbüro der Gemeinde kürzlich den TÜV Süddeutschland beauftragt, einen Lärmminderungsplan für Ginsheim-Gustavsburg zu erstellen. Aufgrund neuerer medizinischer Untersuchungen gilt es als erwiesen, dass ständige Lärmbelastungen massive Gesundheitsschäden wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen können. Da manche Ortsbereiche in Ginsheim-Gustavsburg insbesondere durch Kraftfahrzeuge, Züge und Flugzeuge stark in Mitleidenschaft gezogen sind, sieht sich die Gemeinde zum Handeln verpflichtet.

Als erster Schritt soll bis zum Jahresende ein Schallimmissionsplan vorgelegt werden, in dem die Lärmbelastung durch Straßen-, Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr sowie durch Gewerbe und Sportanlagen erfasst wird. In einem zweiten Schritt werden in einem sogenannten Konfliktplan die Überschreitungen der gesetzlichen Höchst- oder Richtwerte ermittelt und auf Karten dargestellt. Schließlich werden in einem dritten Schritt Maßnahmen erarbeitet, die die Schallbelastung der Bevölkerung vermindern sollen. Wenn alles nach Zeitplan läuft, wird das Maßnahmenkonzept bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Einen Schwerpunkt ihrer Bemühungen um Lärmminderung sieht die Gemeinde nach wie vor in der Bekämpfung des Fluglärms. In enger Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Kommunen will sie alles daran setzen, den geplanten Ausbau des Rhein-Main-Flughafens zu verhindern. Die vor kurzem mit der Stadt Mainz und etlichen südhessischen Kommunen aus der Taufe gehobene Allianz gegen den Ausbau lässt hoffen, dass sich nun der politische Widerstand gegen den Flughafenausbau verstärkt und eine Erweiterungslösung außerhalb der Region gesucht wird.

Das kürzlich von der FAG und dem hessischen Ministerpräsidenten Koch vorgestellte Nachtflugverbot zwischen 23.00 und 5.00 Uhr ist nach Auffassung des Gemeindevorstands noch kein echter Fortschritt, da noch zu viele Ausnahmen möglich sind und die Nachtruhe mindestens von 22.00 bis 6.00Uhr gewährleistet sein muss. Vielmehr ist diese Ankündigung taktisch zu sehen, um den erwachenden Widerstand in der Bevölkerung zu bremsen.

Was die Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger gegen den Flughafenausbau angeht, sieht Bürgermeister von Neumann innerhalb der Gemeinde noch ein starkes Gefälle. Während in Ginsheim das Problembewußtsein schon ziemlich ausgeprägt sei, beginne es sich in Gustavsburg gerade erst zu entwickeln. Dies sei beispielsweise an der Zahl der Protestschreiben zu erkennen, die bislang an Landesregierung und FAG gesendet wurden. Während in Ginsheim bereits weit mehr als Hundert Haus- oder Wohnungseigentümer eine Klage wegen Wertminderung ihrer Immobilie angedroht haben, sind es in Gustavsburg bislang erst zwölf. Die Gemeinde will deshalb besonders im Ortsteil Gustavsburg ihre Informationsarbeit verstärken. “Jeder Gustavsburger und jede Gustavsburgerin soll wissen, dass beim Bau der Nordwestbahn die Flieger in fünfhundert Meter Höhe mitten über den Ort hinwegdonnern“, erklärte Bürgermeister von Neumann und fügte hinzu: “Wer sich ein Bild davon machen will, was da auf uns zukommt, kann das heute schon im Bereich zwischen Rüsselsheim und Raunheim life erleben“.

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